Zauneidechsen erhalten eigenes Revier

15.03.2017

Der NABU Neustadt e. V. und die Stadtnetze haben einen Kooperationsvertrag über zehn Jahre abgeschlossen, der dazu dient die Zauneidechse auf einer 300 Quadratmeter großen Fläche im Dreieck entlang der Bundesstraße 6 zwischen Nordstraße und Bahntrasse Richtung Hannover anzusiedeln.

 
 

Der NABU Neustadt e. V. und die Stadtnetze Neustadt haben zur Ansiedelung von Zauneidechsen eine zehnjährige Kooperation vereinbart. Demzufolge haben die Stadtnetze eine Fläche im Dreieck entlang der Bundesstraße 6 zwischen Nordstraße und Bahntrasse Richtung Hannover vorbereitet, auf der der NABU in den nächsten Jahren die Voraussetzungen für die Stabilisierung eines uralten Zauneidechsenvorkommens schafft. Josef Bruns, beim NABU verantwortlicher Projektleiter, ist begeistert: „Das kommt nicht alle Tage vor, dass wir für die Belange gefährdeter Tierarten einen Partner finden, der uns in unserer Arbeit so unterstützt wie wir es jetzt mit den Stadtnetzen erleben“.
 
Hintergrund für die Kooperation ist eine vorgezogene Ausgleichsmaßnahme im Zusammenhang mit der Neuverlegung einer Wasserleitung durch die Stadtnetze Neustadt. Durch die Bauarbeiten wurde der Boden stark verdichtet. Der so beeinträchtigte Lebensraum stand den Zauneidechsen weder für die Eiablage noch als Überwinterungsquartier bereit. Auf der neuen Fläche sollen Eidechsen die Bedingungen vorfinden, die sie zur Ansiedelung benötigen. Deshalb errichtet der NABU  einen Maschendrahtzaun um das Gelände, damit es sich bei entsprechender Pflege entwickeln kann. Um die Ausgleichsfläche überhaupt nutzen zu können, haben die Stadtnetze auf der 300 Quadratmeter großen Fläche zunächst 50 Zentimeter Boden abgetragen und mit 10 LKW-Ladungen, das sind ungefähr 150 Kubikmeter, Sand aufgefüllt. Klingt einfach, hat aber viel Zeit und Geld gekostet weiß Georg Kupka, bei den Stadtnetzen für Baumaßnahmen verantwortlich: „Zunächst mussten wir auf dem Areal das Gehölz entfernen, um den Boden überhaupt ausheben zu können. Der Bodenaushub brachte dann viel Müll zutage, der von einem externen Gutachter zu bewerten war“. Die Stadtnetze und der NABU appellieren deshalb gemeinsam an Neustädter, ihren Müll adäquat und nicht in der Landschaft zu entsorgen. „Den Zaun brauchen wir auch“, erläutert Bruns „um zu vermeiden, dass Spaziergänger und Hunde die Fläche betreten oder Kleintiere wie Igel und Marder auf Eidechsenjagd gehen“. Langfristig ist eine Bepflanzung mit Insekten anlockenden Blumen und Freiflächen für die Eiablage vorgesehen. Dafür nimmt der NABU  selbst noch einmal 2250 Euro in die Hand und freut sich auch über jede Spende.
 
„Wir haben schon vor Baubeginn der neuen Wasserleitung Kontakt zu einem externen Dienstleister aufgenommen, weil wir durch die Verlegung der neuen Wasserleitung in ein Naturschutzgebiet eingreifen müssen. Durch ein früheres Planfeststellungsverfahren war das Vorkommen der Zauneidechse bekannt“ erklärt Kupka. „Die Ideen, die Herr Bruns hat, haben uns überzeugt, mit dem NABU den richtigen Partner gewählt zu haben“ so Kupka weiter.
 „Wenn es gut läuft“ deutet Bruns an „dann könnte ich mir hier noch ganz andere Projekte vorstellen, zum Beispiel Biounterricht vor Ort, aber dazu muss sich erst einmal die Zauneidechse ansiedeln“. Bruns ist gespannt, ob es gelingt, gleich im ersten Jahr wieder Zauneidechsen anzusiedeln. Froh sind beide Seiten darüber, dass die Fläche rechtzeitig fertig geworden ist, denn die Zauneidechsen werden ab Mitte März wieder aktiv.

Zauneidechse